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Pro-Tag- vs. Pro-Veranstaltung-Preise bei AV-Vermietung: Was ist wann sinnvoll

April 25, 20266 Min. Lesezeit

Wann Sie Tagespreise und wann Veranstaltungspreise für verschiedene Ausrüstungskategorien ansetzen sollten — und wie Sie mehrtägige Veranstaltungen kalkulieren, ohne Ihre Kunden zu verwirren.

Eine der häufigsten Quellen für Verwirrung in AV-Angeboten — sowohl für das erstellende Unternehmen als auch für den lesenden Kunden — ist die Bezugsbasis für die Preisgestaltung. Ist diese LED-Wand pro Tag oder für die gesamte Veranstaltung kalkuliert? Deckt der Technikersatz einen Tag oder die komplette dreitägige Konferenz ab? Wenn Kunden das nicht erkennen können, gehen sie entweder von der günstigsten Interpretation aus (was später zu Streitigkeiten führt) oder sie verlieren das Vertrauen in Ihre Professionalität. Die korrekte Unterscheidung zwischen Pro-Tag- und Pro-Veranstaltung-Preisen ist grundlegend für klare, vertrauenswürdige Angebote.

Die AV-Branche hat informelle Standards dafür, welche Ausrüstungskategorien typischerweise auf welcher Basis kalkuliert werden, und das Befolgen dieser Konventionen macht Ihre Angebote für erfahrene Veranstaltungsplaner leichter lesbar. Audioausrüstung — PA-Systeme, Mischpulte, Funkmikrofone, Monitore — wird fast universell pro Tag kalkuliert. Dasselbe gilt für Videoausrüstung wie Projektoren, LED-Wandpanels, Kameras und Bildmischer. Beleuchtungskörper, Traversen und Steuerungssysteme folgen ebenfalls der Pro-Tag-Konvention. Die Logik ist einfach: Ausrüstung verschleißt, verliert an Wert und könnte an jedem gegebenen Tag an einen anderen Kunden vermietet werden, daher spiegelt der Preis die tägliche Nutzung wider.

Personal folgt ebenfalls dem Pro-Tag-Modell, allerdings mit wichtigen Nuancen. Ein FOH-Tontechniker, ein Lichtdesigner oder ein Videotechniker wird typischerweise mit einem Tagessatz kalkuliert. Was jedoch einen 'Tag' ausmacht, variiert — manche Unternehmen definieren ihn als 8-Stunden-Tag mit Überstundenzuschlag darüber hinaus, andere bieten einen 10-Stunden-Tag oder sogar einen Pauschaltarif unabhängig von den Stunden an. Unabhängig von Ihrem Standard: Geben Sie ihn klar im Angebot an. Eine Position, die 'FOH-Tontechniker — 450 €/Tag (10-Stunden-Tag, Überstunden zu 55 €/Std.)' ausweist, beseitigt jede Mehrdeutigkeit und schützt Ihre Marge.

Transport und Lieferung sind die klassischen Pro-Veranstaltung-Positionen. Ob Sie Ausrüstung quer durch die Stadt oder zu einem 200 Kilometer entfernten Veranstaltungsort liefern — die Kosten fallen einmalig an, unabhängig davon, ob die Veranstaltung einen oder fünf Tage dauert. Transport pro Tag zu kalkulieren, wäre irreführend und würde die Kosten für mehrtägige Veranstaltungen unnötig aufblähen. Ebenso ist die Rigging-Arbeit für die Traverseninstallation typischerweise ein Pro-Veranstaltung-Posten — das Team kommt einmal zum Installieren und einmal zum Abbauen, unabhängig von der Veranstaltungsdauer.

Auf- und Abbaukosten fallen ebenfalls in die Kategorie Pro-Veranstaltung. Die Arbeit, ein PA-System zu installieren, das Mischpult zu konfigurieren, das Beleuchtungsrig zu fokussieren und die LED-Wand auszurichten, findet einmal vor und einmal nach der Veranstaltung statt. Diese auf Tagesbasis zu berechnen, wäre bei mehrtägigen Veranstaltungen eine Doppelberechnung. Manche Unternehmen bündeln Auf- und Abbau in den täglichen Ausrüstungspreis; andere weisen sie als separate Positionen aus. Letzterer Ansatz ist transparenter und hilft Kunden zu verstehen, warum die Kosten am ersten Tag höher sind als an den Folgetagen.

Mehrtägige Veranstaltungen sind der Punkt, an dem die Unterscheidung zwischen Pro-Tag und Pro-Veranstaltung entscheidend wird. Betrachten Sie eine dreitägige Firmenkonferenz. Die Audioausrüstung wird alle drei Tage benötigt — kalkuliert mit dem Tagessatz mal drei. Der FOH-Tontechniker ist alle drei Tage vor Ort — Tagessatz mal drei. Aber der Transport ist ein einmaliger Posten: eine Anlieferung und eine Abholung. Das Rigging-Team installiert am Tag null und baut am Tag drei ab — das ist ein einmaliger Pro-Veranstaltung-Posten. Wenn Ihr Angebot diese Unterscheidungen nicht deutlich macht, sieht der Kunde eine Gesamtsumme, die er nicht aufschlüsseln kann, was Preisvergleiche erleichtert und Verhandlungen erschwert.

Einige Ausrüstungskategorien passen nicht eindeutig in eines der beiden Modelle. Verbrauchsmaterialien wie Gaffa-Tape, Kabelbinder und Batterien sind typischerweise Pro-Veranstaltung. Verbrauchsgüter wie Hazer-Fluid sind Pro-Tag, wenn die Maschinen durchgehend laufen. Individuelle Anfertigungen — eine gebrandete Pultverkleidung, ein Bühnenbild-Hintergrund — sind Pro-Veranstaltung, weil der Artikel einmalig für diese spezifische Show produziert wird. Im Zweifelsfall fragen Sie sich: Würde ich mehr berechnen, wenn die Veranstaltung einen zusätzlichen Tag dauert? Wenn ja, ist es ein Pro-Tag-Artikel. Wenn nein, ist es Pro-Veranstaltung.

CueQuote handhabt diese Unterscheidung über das Einheitenfeld bei jedem Katalogartikel. Wenn Sie Ausrüstung zu Ihrem Katalog hinzufügen, legen Sie den Standard-Einheitentyp fest: Tag, Veranstaltung, Stück oder Set. Wenn die KI ein Angebot für eine mehrtägige Veranstaltung generiert, wendet sie den korrekten Multiplikationsfaktor basierend auf dem Einheitentyp an. Tagesbasierte Artikel werden mit der Anzahl der Veranstaltungstage multipliziert; Pro-Veranstaltung-Artikel werden einmalig berechnet. Diese automatische Berechnung verhindert den häufigsten Kalkulationsfehler bei mehrtägigen Angeboten: versehentlich Transport oder Rigging-Arbeit pro Tag zu berechnen.

Die Einheitentypen 'Stück' und 'Set' verdienen ebenfalls eine Erklärung. 'Stück' eignet sich für Artikel, die pro Einheit verkauft oder verbraucht werden — Ersatzlampen beispielsweise oder Einwegbatterien. 'Set' eignet sich für Artikel, die als Paket angeboten werden — ein Funkmikrofon-Set mit Sender, Empfänger und Zubehör, oder ein Konferenzraum-Audio-Set mit Mischpult, Lautsprechern und Verkabelung. Diese Einheitentypen geben Ihnen die Flexibilität, in der jeweils sinnvollsten Weise für jeden Artikel in Ihrem Katalog zu kalkulieren.

Aus Kundensicht schafft Klarheit bei den Einheitentypen Vertrauen. Wenn eine Angebotsposition 'LED-Wandpanel — 24 Stk. × 85 €/Tag × 3 Tage = 6.120 €' ausweist gegenüber einer Zeile, die nur 'LED-Wand — 6.120 €' sagt, bietet die detaillierte Version dem Kunden volle Transparenz. Er kann die Stückzahl, den Preis, die Anzahl der Tage und die Berechnung der Summe nachvollziehen. Diese Transparenz reduziert die Wahrscheinlichkeit von Preisverhandlungen, weil der Kunde die Rechnung versteht und sie selbst überprüfen kann.

Ein praktischer Tipp für mehrtägige Veranstaltungen: Fügen Sie eine kurze Erläuterung Ihrer Preisstruktur in Ihr Angebot ein. Beispielsweise: 'Ausrüstung und Personal werden zu Tagessätzen kalkuliert und mit der Anzahl der Veranstaltungstage multipliziert. Transport, Rigging sowie Auf- und Abbau sind einmalige Positionen.' Diese zwei Sätze beantworten die häufigste Kundenfrage zur Preisgestaltung bei mehrtägigen Veranstaltungen und demonstrieren, dass Sie die Kostenstruktur sorgfältig durchdacht haben.

Achten Sie schließlich auf Konsistenz innerhalb Ihres Unternehmens. Wenn ein Projektmanager PA-Systeme pro Tag und ein anderer sie pro Veranstaltung kalkuliert, werden Ihre Angebote Stammkunden verwirren und interne Preisinkonsistenzen erzeugen. Legen Sie einen Standard-Einheitentyp für jeden Artikel in Ihrem Katalog fest und dokumentieren Sie die Begründung. CueQuotes Katalogstandards erzwingen diese Konsistenz automatisch — sobald Sie den Einheitentyp für jeden Artikel festgelegt haben, verwendet jedes Angebot, das diesen Artikel enthält, dieselbe Basis, unabhängig davon, wer in Ihrem Team das Angebot erstellt.

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